Ich bin das lebendige Chaos.

Impulsiv. Unsteter Mensch. Ich ziehe herum und steche die Menschen mit Messern ab - So in etwa komme ich mir vor. Mir war gar nicht bewusst, dass ich dabei bin, alle zu vertreiben, sie aus meinen Gemächern zu scheuchen. Aber es war nötig. Einige sind sogar bis in meine Betten vorgedrungen.

Ich wollte doch nur ein bisschen Ordnung schaffen, meiner Freundin zeigen, dass ein Streit nicht gleich das Ende sein muss. Aber wieso schüttelt sie den Kopf und will mir verkaufen, dass sie Zeit bräuchte? Ist es nicht viel einfacher, einmal kurz die ganze Scheiße auszukotzen, damit der Körper schlagartig entgiftet wird. Bin ich vielleicht doch zu weit gegangen oder liegt es an ihrer nachtragenden Art oder an der dynamischen Kraft, die uns entfremdet? Jedenfalls riskiert sie das Ende durch eine so genannte Auszeit. Weder sie noch ich verfügen über die Kraft, dem unentwegt rotierenden Strudel des Wandels Einhalt zu gebieten. Sowohl in ihrem Leben als auch in meinem geschieht momentan zu viel, um sich eine Pause leisten zu können. In zwei Wochen werden wir schon wieder andere Menschen sein, ohne dass wir es merken werden. Wir werden es nur an der Schwierigkeit, wieder zu uns zu finden, erkennen.

Um hier in die Selbstanalyse zu gehen…Zweifelsohne liegt eine Beziehungsstörung vor. Ich verletze Leute und erwarte, dass sie mir aufgrund der Tatsache, dass ich auch nur ein Mensch bin, im Anschluss verzeihen. Ich kann nicht erkennen, dass es sie vielleicht stärker gekränkt hat, als ich dachte und sie für sich selber den Entschluss gefasst haben, mit solch einer Person, die ihnen nicht gut tut, nichts mehr weiter zu tun haben wollen.

Ah, ich wusste dass ich nicht dafür geeignet bin, mit zu vielen Menschen befreundet zu sein. Ich werde zu wagemutig, werfe mit Silbermünzen um mich, fordere Gold zurück und wenn sie dem nicht nachkommen, werden aus den Münzen Messer.

 

Und wie soll es mit Alex weitergehen? Andauernd diese Maske zu tragen schaffe ich nicht, ihm aber den Schlüsselbund für die schwere, dicke Eichentür zu meinem Keller in die Hand zu drücken schaffe ich noch weniger. Denn was ist, wenn ihn die Dunkelheit abstößt? Was, wenn er zu einem Auffangbecken meiner Probleme wird? Niemals.

 

Meine Freundin weiß noch immer nichts. Sie weiß noch immer nicht Bescheid über das zwischen mir und Alex. Sie will es auch gar nicht wissen, obwohl sie es schon ahnt. Na ja, was soll ich ihr vorwerfen…ganze zwei Jahre lang hatte sie mich ja auch für sich alleine und nun soll sie mich plötzlich mit abertausend Menschen teilen? Vielleicht ist das der Grund, denn sonst könnte sie doch vergeben, oder?

 

 

15.8.10 12:28
 


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